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Prävention im Team (PiT)

Die KOS war 2007 die erste Oberschule in Berlin, die eine zeitlich befristete Kooperationsvereinbarung mit der Schulpsychologie für Gewaltprävention/Krisenintervention für Steglitz-Zehlendorf, dem Regionalen Dienst A des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf und dem Polizeiabschnitt 45 geschlossen hat. Die Zusammenarbeit der Kooperationspartner war und ist sehr erfolgreich und die Kooperationsvereinbarung wurde mehrfach verlängert. Aufgrund personeller (Schulpsychologie und Mittelstufenleitung der KOS) und struktureller Veränderungen (Jugendamt) stehen ab Februar 2016 Gespräche über eine neue Kooperationsvereinbarung an, bei der die Schwerpunkte der Zusammenarbeit beibehalten werden. 

Kernpunkt der bisherigen Vereinbarung war die Bildung einer Handlungsallianz und die Schaffung von Informationskanälen zwischen allen Beteiligten, das heißt, Vernetzung von Schule, Eltern und Kindern mit der Schulpsychologie, dem Jugendamt und der Polizei, die nach wie vor besteht. Durch Entwicklung und Abstimmung von Handlungskonzepten und Maßnahmen auch in unterrichtlichen Vorhaben werden kognitive und soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler (SuS) im Sinne der Prävention gefördert. Ferner wird in Fällen auftretender Gewalt in der Schule kooperativ und zielorientiert gehandelt.

Als Ziele sind im letzten Kooperationsvertrag aufgeführt:

  • Aggressions- und delinquenzfördernde Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata bei Schülern sollen in konstruktiver Zusammenarbeit vermindert werden. Ein differenziertes Rechtsbewusstsein soll bei SuS, Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Eltern gefördert oder grundsätzlich geschaffen werden. Ängste, Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber den Kooperationspartnern sollen abgebaut werden.
  • Zudem wird eine erhöhte Sensibilität gegenüber Gewalt angestrebt, um potentieller Gewaltentwicklung entgegenzuwirken. Sozial-emotional auffällige und gefährdete SuS erhalten frühzeitig angemessene Unterstützung und Hilfen zur Überwindung Gewalt betreffender Problematiken. Damit soll einer Opferwerdung vorgebeugt werden. Schulleitung, Lehrkräfte und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen erweitern ihre Kompetenzen im fachgerechten Umgang in Notfällen, bei Krisen oder Gewaltvorkommnissen; sie kennen außerschulische Hilfsangebote und nehmen diese in Anspruch.
  • Schon bestehende Netzwerke der Kooperationspartner mit den in der Region ansässigen Einrichtungen für Jugendliche werden weiter ausgebaut. Durch die enge Zusammenarbeit der Kooperationspartner (Teambildung) werden Reibungsverluste im Hinblick auf optimale Verhaltensförderung und -unterstützung minimiert, Verhaltensweisen abgestimmt und bestehende Verhaltenserwartungen angeglichen.
  • Alle Kooperationspartner treffen sich monatlich zum Informationsaustausch und bieten eine gemeinsame Sprechstunde für SuS, Eltern und Lehrkräfte an. (Aufgrund der oben genannten Veränderungen entfällt momentan die monatliche Sprechstunde, dafür können Termine nach Bedarf vereinbart werden).

Präventionsprogramm

Im Rahmen der bisherigen Kooperationsverträge wurde in Zusammenarbeit mit dem Präventionsteam des Abschnitts 45 der Berliner Polizei, dem Mediationsprojekt und dem Suchtprophylaxeteam der KOS ein Präventionsprogramm für alle Jahrgangstufen entwickelt, das „Prävention im Team“ (PiT) heißt und an dem je nach Themenschwerpunkt noch weitere Partner beteiligt sind. Die Projekte werden gemeinsam vorbereitet, durchgeführt, evaluiert und weiterentwickelt. Die Eltern werden jeweils schriftlich über die Inhalte der Veranstaltungen informiert, die Klassenlehrerinnen und -lehrer sowie einzelne Fachlehrerinnen und -lehrer sind bei der Durchführung beteiligt. 

Seit dem Schuljahr 2010/2011 werden folgende Präventionsmaßnahmen in den einzelnen Jahrgangsstufen durchgeführt:

  • Eingebettet in die Unterrichtseinheit im Fach Ethik „Streiten will gelernt sein“ im 7. Jahrgang führt PiT, bestehend aus dem Präventionsteam des Abschnitts 45 und aus Mitgliedern des Mediationsprojekts der KOS (dazu gehören die Leiterin der AG sowie die Klassenpatinnen und -paten) in jeder Klasse einen gewaltpräventiven Projekttag durch, der inhaltlich an eine Anti-Gewalt-Veranstaltung angelehnt ist und Aspekte aus der Unterrichtseinheit aufgreift. Er umfasst drei Doppelstunden und alle SuS der 7. Jahrgangsstufe nehmen daran teil. Zusätzlich wird zeitnah zur ersten Veranstaltung zur Vertiefung eine Doppelstunde mit Rollenspielen zum angemessenen Verhalten bei bedrohlichen Situationen durchgeführt.
  • Im 8. Jahrgang findet eine zweistündige PiT-Veranstaltung statt, an der das Präventionsteam des Abschnitts 45 und das Drogen- und Suchtprophylaxeteam der KOS beteiligt sind. Dabei werden Inhalte der Unterrichtseinheit im Fach Ethik „Nicht nur Drogen machen süchtig“ aufgegriffen. An einem Fallbeispiel werden die strafrechtlichen und weiteren Konsequenzen von Cannabisbesitz/-konsum erarbeitet.
  • Ab der 8. Jahrgangsstufe werden themenbezogene Informationsveranstaltungen (TIV) angeboten. Diese dienen der Vertiefung einzelner Themenbereiche oder der Behandlung aktueller Anlässe. Sie werden unterrichtlich vorbereitet, dokumentiert und ausgewertet.
  • Alle Klassen nehmen im 9. Jahrgang an einer zwei Doppelstunden umfassenden Anti-Gewalt-Veranstaltung (AGV) des Präventionsteams des Abschnitts 45 teil, die inhaltlich an den im 7. Jahrgang durchgeführten Projekttag anknüpft.
  • Im 10. Jahrgang findet im Rahmen der Informationswoche „Fit für die Straße“ für alle 10. Klassen durch den Verkehrssicherheitsberater des Abschnitts 45 und das Suchtprophylaxeteam der KOS zur Vertiefung Verkehrsunterricht mit den Schwerpunkten „Begleitetes Fahren ab 17, Alkohol im Straßenverkehr“ statt.